Einblick in die REM-Tiefschlafphase

REM-Tiefschlaf FrontbildTRAUMKULTUR – TEIL 1:

Heilung des Geistes durch Träume

In der Antike wurden Träume oft mit Gottheiten in Verbindung gebracht – als Nachrichten der Götter. Im antiken Griechenland sprach man Träumen eine heilende Wirkung zu und Heilungssuchende praktizierten besondere Rituale, wie z.B. in der Hoffnung auf Heilung in den Tempeln zu schlafen, die dem griechischen Gott der Medizin Äskulap gewidmet waren.

 

Diese Praktiken gab es auch in antiken ägyptischen und babylonischen Kulturen. Derartige Rituale werden heute vielleicht als mythisch angesehen, jedoch enthüllt die moderne Neurowissenschaft Einblicke in die Mechanik unseres Gehirns, und wie das Träumen unseren Geist heilen könnte. In den 50ern wurde entdeckt, dass der REM-Tiefschlaf (Rapid Eye Movement – Tiefschlafphase) häufig mit Träumen einhergeht. Seitdem haben wir herausgefunden, dass das limbische System während des Tiefschlafs besonders aktiv ist, insbesondere die Amygdala (eine kleine mandelförmige Masse in den Temporallappen des Gehirns, die mit Emotionen verknüpft ist).

2011 baute eine Studie des Department of Psychology, UC Berkley, auf bisherigen Erkenntnissen auf, dass unsere Erinnerungen während der REM-Phase reaktiviert, integriert und relativiert werden. 35 gesunde Freiwillige wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, und jeder Gruppe wurden zwei Mal 150 emotionale Bilder gezeigt, wobei eine MRT-Aufnahme verwendet wurde, um deren Gehirnaktivität zu messen. Bei jeder Gruppe lag ein Zeitraum von 12 Stunden zwischen ihren Betrachtungen – eine sah die Bilder am Morgen und dann wieder am Abend, wobei sie in der Zwischenzeit wach blieb. Die andere sah die Bilder am Abend und dann wieder am Morgen nach der Nachtruhe. Die „schlafende“ Gruppe zeigte beim Ansehen der Bilder eine deutliche Verringerung ihrer emotionalen Reaktion.

Des Weiteren zeigte die MRT-Aufnahme eine starke Reduzierung der Amygdala-Aktivität, die es dem präfrontalen Kortex (bekannt als der rationale Teil des Gehirns) ermöglichte, die Reaktionen zu kontrollieren. Außerdem wurde die elektrische Hirnaktivität der Teilnehmer gemessen, während sie schliefen, und es wurde während der REM-Phase festgestellt, dass, wenn bestimmte elektrische Aktivitätsmuster abnahmen, weniger stresserzeugende Neurochemikalien vorhanden waren. Man glaubt, dass dies eine „sichere“ Umgebung für emotionale Reaktionen im Hinblick auf die Erfahrungen des Gehirns vom Vortag erzeugt, was dazu führt, dass sich die Schläfer am nächsten Morgen „besänftigt“ fühlen.

 

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